Kirchengemeinde St. Johannes Baptist, Obereschach
Die Kirchengemeinde setzt sich aus dem Pfarrbezirk Eschach der ehemaligen Gemeinde Eschach und der ehemaligen Gemeinde Liebenau, heute Meckenbeuren, zusammen und ist eine kreisübergreifende Kirchengemeinde in den Landkreisen Ravensburg und Bodenseekreis mit rund 3.800 Katholiken. In der Kirchengemeinde liegt die Stiftung "Liebenau", eine überregionale Einrichtung für behinderte Mitmenschen.
Die erste urkundliche Erwähnung datiert vom September 1172. Die Pfarrei gehörte damals zum Bistum Konstanz. Im Jahre 1246 erwarb das Prämonstratenserkloster Weißenau die Kirche und das Dorf Eschach; zehn Jahre später erhielt es auch das Patronatsrecht (Privileg, die Pfarrer bestimmen zu können). Mit einer Bulle von Papst Johannes XXII. wurde die Kirche 1324 dem Prämonstratenserstift auch incorporiert (wirtschaftlich eingegliedert) und unterstand dem Kloster fast 500 Jahre.
Im Jahre 1460 ließ Weißenau nach den Plänen von Abt Jakob Murer in Obereschach eine neue Kirche bauen, einen einschiffigen Bau mit massivem quadratischen Turm. Die Kirche wurde 1609 grundlegend renoviert und unter Abt Unold durch den heutigen barocken Bau an gleichem Platz ersetzt (Grundsteinlegung 1751 - Einweihung 1754). Dabei wurde der Turm der Vorgängerkirche belassen und um 28 Fuß erhöht. Im Jahre 1668 wurde das Pfarrhaus durch das heutige Gebäude ersetzt. 1731 wurde es renoviert, doch konnten bei der Renovierung 1986/89 noch originale Teile vom Renaissancebau von 1668 freigelegt werden.
Inneres
Der um 1720 geschaffene, harmonisch gegliederte Hochaltar war bis 1840 im Kapitelsaal des Klosters Weißenau aufgestellt. Das Altarbild zeigt den Gekreuzigten; Maria Magdalena fängt das Blut des Herrn auf. Im Giebel wird die Verehrung der Hl.-Blut-Relique von Weißenau durch geistliche und weltliche Würdenträger dargestellt. Links und rechts des Altarbildes stehen die Rokokostatuen der Apostel Petrus und Paulus, die wie die Apostelreihe im Schiff und im Chor Konrad Hegenauer (1782) zugeschrieben werden. Die beiden Seitenaltäre wurden unter Abt Ambrosius John (Wappen) 1765 - 73 erstellt. Die Altarbilder zeigen Martyrium und Verherrlichung des hl. Sebastian (rechts) und des hl. Johannes (links).
Die beiden Statuen auf dem linken Seitenaltar stellen Anna und Joachim, die Eltern Marias dar. Die auf dem Altar stehende Pieta stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Auf dem rechten Seitenaltar stehen die Figuren von Zacharias und Elisabeth, den Eltern Johannes des Täufers. Die Giebelbilder zeigen Christophorus (links) und Vitus (rechts). 1867 - 1938 waren anstelle der jetzigen Altarbilder Gemälde mit der Verkündigung Mariens und der Taufe Christi angebracht.
Den Choreingang flankieren links die machtvolle Statue des Kirchenpatrons Johannes des Täufers, rechts die des hl. Sebastian, die beide aus Anlass der Kirchweihe geschaffen wurden. Das Kreuz im Chorbogen (17. Jhdt). stammt wohl noch aus der Vorgängerkirche. Als Blickfang steht an der Nordwand des Schiffes die wohl aus dem 17. Jhdt. stammende überlebensgroße Madonna - gegenüber die Rokokokanzel. Zur Zeit der Wallfahrten "zur großen Muttergottes von Eschach" im 18. und 19. Jhdt. waren unter der Statue viele Votivtafeln von Gebetserhörungen angebracht.
Die Freskenbilder an den Wänden wurden bei der Renovation 1866/67 übertüncht und 1938 wieder freigelegt. Die Deckengemälde wurden 1893/94 von Gebhard Fugel geschaffen, im Chor Johannes der Täufer, im Schiff Christi Himmelfahrt und in den Zwickeln die Kirchenväter, über der Empore die hl. Cäcilia.
Die Kreuzwegstationen (Öl auf Holz in Rokokorahmen) sind Arbeiten des ländlichen 18. Jahrhunderts. Weitere Gemälde an der Unterseite der Empore. Die Kirchenfenster sind Stiftungen aus dem Jahre 1927.
Alle 4 Glocken wurden in Lindau gegossen. Die große Glocke stammt von 1755, die 1714 gegossene zweite Glocke dient als Wetterglocke. Die dritte Glocke, die Gefallenenglocke, wurde 1797 gegossen, die vierte Glocke, Johannes dem Täufer geweiht, stammt von 1711.
Zur Kirchengemeinde gehört neben der aus dem Jahre 1616 stammenden Kapelle in Untereschach mit ihrem jährlich stattfindenden Georgiritt auch die Herz-Jesu-Kapelle in Kemmerlang. Die Marienkapelle in Hüttenberg befindet sich in Privatbesitz. Die dem hl. Nikolaus geweihte Kapelle in Oberhofen ist abgegangen und wurde 1907 letztmals erwähnt.
Die zur Kirchengemeinde gehörende Stiftung Liebenau verfügt über eine eigene Kirche in Liebenau, eine Kapelle im Liebenauer Schloss und eine Kapelle im Kinderdorf auf dem Hegenberg.
Der 1988 entstandene Brunnen auf dem Kirchplatz in Obereschach ist Johannes dem Täufer gewidmet.


Kontakt:
Kirchweg 2
88214 Ravensburg-Obereschach
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