Kirchengemeinde St.Christina


St. Christina, die von ihrem Ursprung her älteste, noch erhaltene Kirche von Ravensburg mit Friedhof, Pfarrhaus und ehemaligem Mesnergut, erhebt sich seit Jahrhunderten auf einem hohen Bergsporn über der Stadt in der Nachbarschaft der Veitsburg. Auch von ihrer Geschichte her steht die Kirche mit dem in Deutschland sehr seltenen Patrozinium der Hl. Christina in enger Verbindung mit der Welfenburg. Im 12. Jahrhundert als Kapelle erbaut und mit einem nicht unbedeutenden Stiftungsgut ausgestattet, wurde das Gotteshaus am 30. Juli 1197 durch König Phillip von Schwaben und seiner Frau Irene mit allem dazu gehörenden Besitz dem Kloster Weißenau geschenkt. Von da an übte das Prämonstratenserkloster Weißenau bis zur Säkularisation 1803 die geistliche und administrative Verwaltung aus.

 

Die Beziehung der Hl. Christina nach Ravensburg, die seit Anfang des 4. Jahrhunderts in Bolsena verehrt wird, hängt mit den welfischen Besitzungen in Mittelitalien zusammen. Herzog Welf VI., von 1152 bis 1173 Markgraf von Tuscien, brachte Reliquien der Heiligen nach Deutschland und baute dafür ein Heiligtum in unmittelbarer Nähe seiner Burg. 1253 erfolgte ein Kirchenneubau, bald darauf erhielt das Gotteshaus den Status einer Pfarrkirche. Das Pfarrgebiet umfasste bis 1385, als St. Jodok errichtet und geweiht wurde, auch Teile der Ravensburger Unterstadt.

 

1476 wurde der noch heute erhaltene Chor mit gotischem Kreuzrippengewölbe errichtet. In der Barockzeit wurde das Hauptschiff verändert. Um 1890 erfuhr die Kirche eine umfassende neugotische Umgestaltung, die 1958 wieder weitgehend entfernt wurde. Seither schmücken den Chorraum Fenster des bedeutenden Ulmer Glasmalers Wilhelm Geyer. Die letzte Innenrenovation erfolgte 1993 und nähert sich mit ihrem Zusammenklang aus alten und modernen Stilelementen wieder eher der neugotischen Fassung an.

 

In alten Quellen ist das "Dorf St. Christinen" erwähnt, das als Dorfgemeinschaft aus klostereigenen Rebleuten eine Sonderstellung in der Ravensburger Rebleutezunft innehatte. Dieser unterhalb der Kirche liegende Weiler St. Christina erhielt erst 1922 die neue Anschrift Banneggstraße. Im Bewusstsein der "Christiner" lebt das Dorf über der Stadt bis heute fort in einem starken Gefühl der Zusammengehörigkeit und in einem lebendigen Brauchtum, das Kirchengemeinde und örtliche Vereine in St. Christina in einem guten Miteinander gestalten.




Kontakt:

St. Christina

88212 Ravensburg

Tel: 0751 / 2 51 68

 

e-mail: Pfarramt@sankt-christina.de


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